

Die baden-württembergischen Grünen haben bei ihrem Parteitag in Bruchsal ihr Programm für das neue Baden-Württemberg beschlossen. „Die Zeit ist reif für einen Politikwechsel. Wir wollen gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern ein ökologisches, soziales, gerechtes und weltoffenes Baden-Württemberg möglich machen“, sagten die Grünen-Landesvorsitzenden Silke Krebs und Chris Kühn. Das grüne Programm zur Landtagswahl macht deutlich, wie die Grünen gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern das Land modernisieren wollen.
Mit einer ökologischen Modernisierung der Wirtschaft wollen die Grünen den Standort Baden-Württemberg fit für die Zukunft machen und die Arbeitsplätze von heute und morgen schaffen. Die Grünen stellen die Zukunftsfelder nachhaltige Mobilität und klimafreundliche Autos, ressourcensparender Maschinenbau, Umwelttechnologien, erneuerbare Energien und Gesundheits- und Pflegedienstleistungen ins Zentrum ihrer Wirtschaftspolitik.
Die Grünen betrachten gute Bildung als die zentrale Zukunftsaufgabe. Sie legen in ihrer Bildungspolitik den Schwerpunkt auf die individuelle Förderung: Jedes Kind soll unterstützt werden, um seine Fähigkeiten und Talente bestmöglich entfalten zu können. Deshalb legen die Grünen einen Schwerpunkt auf die frühkindliche Bildung. Kitas und Kindergärten dürfen keine Aufbewahrungsanstalten sein, sondern müssen zu echten Bildungseinrichtungen werden. Außerdem sollen die Krippenplätze für unter Dreijährige flächendeckend massiv ausgebaut werden.
Die Grünen wollen das ungerechte gegliederte Schulsystem überwinden, weil es zu viele Bildungsverlierer produziert und der Bildungserfolg zu stark vom Geldbeutel der Eltern abhängt. Deshalb schlagen die Grünen eine Schulreform von unten vor: Überall dort, wo das die Schulträger, Eltern und LehrerInnen wollen, sollen längeres gemeinsames Lernen aller Kinder und neue Lernformen eingeführt werden. Außerdem wollen die Grünen die Ganztagesschulen konsequent ausbauen.
Die Hochschulen sollen leistungsfähiger, gerechter, kreativer und nachhaltiger werden. Die Grünen wollen dafür die ungerechten schwarz-gelben Studiengebühren abschaffen, die Bachelor- und Masterstudiengänge studierendenfreundlich reformieren und für mehr Mitbestimmung der Studierenden sorgen.
Die Grünen lehnen die schwarz-gelben Laufzeitverlängerungen für Atomkraftwerke ab. Sie wollen eine zukunftsfähige und klimafreundliche Energieversorgung. Dabei setzen sie auf die Strategie der drei E: Erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Energieeinsparung.
Eine klare Absage erteilen die Grünen der Gentechnik auf dem Teller und auf den Äckern. Ihr Ziel: ein gentechnikfreies Baden-Württemberg. Die kleinbäuerlich geprägte Landwirtschaft im Südwesten soll auf Öko-Landbau, Qualität und regionale Produkte setzen.
Die Grünen machen sich außerdem für eine klimafreundliche Verkehrspolitik stark: Sie wollen den öffentlichen Personenverkehr in der Fläche massiv ausbauen anstatt das Geld für nutzlose Mammutprojekte wie Stuttgart 21 auszugeben.
Die Grünen stellen der Entsolidarisierung von Schwarz-Gelb einen neuen Aufbruch in der Sozialpolitik entgegen. Sie wollen Armut und soziale Ausgrenzung aktiv bekämpfen, benachteiligte Menschen stärken und soziale Teilhabe für alle ermöglichen.
Mit einer stärkeren Vernetzung von Krankenhäusern, Gesundheitszentren und Arztpraxen soll eine wohnortnahe medizinische Versorgung auch im ländlichen Raum gesichert werden. In der Alten- und Pflegepolitik wollen die Grünen neue Wege gehen: Weg von großen Pflegeeinrichtungen hin zu dezentralen wohnortnahen Betreuungs- und Pflegeeinheiten. Kinder mit und ohne Behinderungen sollen gemeinsam in die Schule gehen und Barrieren für Menschen mit Behinderungen abgebaut werden.
Die Grünen wollen die Bürgerinnen und Bürger stärker an der Politik beteiligen und mehr direkte Demokratie wagen. Deshalb sollen Volksbegehren und Volksentscheide auf Landesebene leichter möglich gemacht und bürgerfreundlicher gestaltet werden.
Die Grünen treten ein für starke Bürgerrechte, besseren Datenschutz, den Schutz der Privatsphäre und die Versammlungsfreiheit. Statt immer neuer Sicherheitsgesetze setzen sie auf eine gut ausgebildete, bürgernahe Polizei. Sie wollen die staatliche Diskriminierung von Homosexuellen beenden und machen sich für eine funktionierende Integration von MigrantInnen und ein buntes, tolerantes und weltoffenes Baden-Württemberg stark.
Die Grünen lehnen einen ungebremsten Marsch in die Staatsverschuldung ab, da das zu Lasten künftiger Generationen geht. Deshalb soll sich das Land bei seinen Ausgaben stärker auf wichtige Zukunftsaufgaben wie Bildung oder Klimaschutz konzentrieren. Außerdem sollen die Einnahmen durch eine stärkere Besteuerung großer Vermögen und Erbschaften erhöht werden, für die die Grünen auf Bundesebene kämpfen.
Außerdem wollen die Grünen die Kommunen stärken: Die Finanzausstattung von Städten und Gemeinden sollen verbessert werden, damit sie ihren BürgerInnen gute Kindergärten und Schulen, soziale Einrichtungen, Schwimmbäder, Büchereien und Kultureinrichtungen anbieten können.
»Das Programm für das neue Baden-Württemberg
Sonntag, 05. Dezember 2010Mittwoch, 15-12-10 17:55
Auch die "kleinen" Steuersünder müssen verfolgt werden! Ich bin seit Jahren begeisterter Grünen-Wähler, weil das die einzige Partei ist die für Gerechtigkeit sorgt. Die Steuerhinterziehung muß bekämpft werden, aber nicht nur bei den großen Steuerkriminellen sondern bei allen. Keiner, der falsche Angaben bei der Lohnsteuererklärung macht soll sich sicher fühlen. Die Grünen müssen viele Steuerfahnder einstellen! Weiter so!
Dienstag, 14-12-10 13:05
Hallo Tilo,
die Grünen wollen die Beamtenpensionen kürzen - sie sind in den letzten Jahren bereits deutlich gekürzt worden!!! Der größte Teil der Landesbeamten sind Lehrerinnen und Lehrer! Sollen wir wieder mal herhalten, um Haushaltslöcher zu stopfen? Wir reißen uns täglich den Arsch auf, um unseren Kindern eine gute Bildung zu ermöglichen! Und die Grünen wollen das bestrafen? Kinder sind unsere Zukunft!
Die Grünen wollen die Anhebung der Pensionen nach Laufbahnen staffeln? Dann werden die Lehrer besonders bestraft, denn wir Lehrerinnen und Lehrer sind im Schnitt deutlich besser bezahlt als Verwaltungsbeamte. Auch da sollen wir bluten, wenn wir völlig am Ende aus dem Schuldienst entlassen werden? Ist das die motivierende Bildungspolitik der Grünen? Lügenpack!
Montag, 13-12-10 19:41
Lieber Didi Müller,
Hier einige unserer Einsparvorschläge für den Landeshaushalt.
Wir wollen
♦ die Rahmenbedingungen für die Beamtenpensionen an die Rahmenbedingungen der gesetzlichen Rentenversicherung anzupassen und die jährliche Anhebung der Pensionen nach Laufbahnen zu staffeln, um auch im öffentlichen Dienst Lasten gerecht zu verteilen;
♦ konsequent prüfen, inwieweit bisherige Aufgaben und Ausgaben des Landes abgebaut werden können.
♦ den Verwaltungsaufbau in Baden-Württemberg einer umfassenden Aufgabenkritik zu unterziehen mit dem Ziel, die örtlichen und regionalen Strukturen zu stärken. Inwieweit Regierungspräsidien zwischen Land und Regionen noch eine Funktion haben, muss danach neu bewertet werden. Die unabhängige Dienstaufsicht der jeweiligen Ämter muss dabei gewährleistet sein.
♦ die Rücklage für „Stuttgart 21“ auflösen und zur Schuldentilgung zu verwenden;
♦ die Mittel für die Steuerprüfung aufstocken. Wir GRÜNEN wollen mehr Steuergerechtigkeit durch eine gut ausgestattete und effizientere Steuerverwaltung, die Steuerpflichten konsequent durchsetzt, Steuerhinterziehung engagiert bekämpft und Umsatzsteuerbetrug verfolgen kann. Schon durch eine jährlich um 3 Prozent verbesserte Personalausstattung könnte das Land im Jahr 2015 mit dauerhaften Mehreinnahmen von fast 400 Mio. Euro rechnen – das entspricht den Zinsen für ein Kreditvolumen von 8 Mrd. Euro. Die Affären um die „Steuer-CD“ zeigen jedoch, dass die schwarz-gelbe Landesregierung offenbar nicht bereit ist, SteuersünderInnen konsequent zur Kasse zu bitten.
Lieber Tierschützer, da ist wohl der Neid auf die weichen, warmen Felle der Schafe durchgebrochen. Selbstverständlich dürfen auch Schafe oben bleiben! Nur große ErbschafTen wollen wir in Zukunft stärker besteuern, das dürfte weder Schäfer noch Schafe treffen.
@Sapere Aude Kommentare werden bei uns nicht freigeschaltet, gefiltert oder sonst irgendwie zensiert. Sie sollten direkt nach dem Schreiben auch für alle sichtbar sein. Wenn es bisher Schwierigkeiten mit Kommentaren gab, waren die wahrscheinlich technischer Natur. Schreib mir doch bitte eine E-Mail wann ungefähr und bei welchem Artikel dein Kommentar verloren ging. carsten.preiss (at) gruene-bw.de
Montag, 13-12-10 07:44
Sie schreiben: "Außerdem sollen die Einnahmen durch eine stärkere Besteuerung großer Vermögen und Erbschafen erhöht werden." Warum sollen denn Schafe darunter leiden, wenn Sie mehr Geld brauchen? Sind die Grünen gegen Tiere? Womöglich insgeheim Freunde der Baummörder? So eine Partei kann ich nicht wählen. Auch Schafe wollen oben bleiben!
Kantig, ernsthaft, leidenschaftlich. Unser Spitzenkandidat Winfried Kretschmann steht für die politische Erneuerung des Landes. »mehr
Gute Bildung ist die zentrale Zukunftsaufgabe. Wir wollen jedes Kind optimal fördern. »mehr
Wir sagen Nein zu Stuttgart 21. Das Mammutprojekt wird zum Milliardengrab und schadet dem Schienenverkehr im ganzen Land. » mehr
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Ein starkes Team steht unserem Spitzenkandidaten zur Seite: Gisela Splett, Andreas Schwarz und Bärbl Mielich. »mehr
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