

Der Klimawandel ist die größte ökologische Herausforderung unserer Zeit. Gerade der Straßenverkehr trägt massiv zur globalen Erwärmung bei: In Baden-Württemberg ist er für fast 30 Prozent der Treibhaugas-Emissionen verantwortlich und bildet damit noch vor den Kraftwerken den Klimakiller Nr. 1 im Land. Und das mit steigender Tendenz. Denn während in anderen Bereichen, wie der Industrie und den Haushalten, der CO2-Ausstoß seit 1990 sinkt, hat er im Straßenverkehr deutlich zugenommen.
Dieser Negativ-Trend kann kaum verwundern, wenn man sich die Versäumnisse der Vergangenheit vor Augen führt. So mutet es geradezu absurd an, dass Deutschland neben dem autobahnfreien Afghanistan das einzige Land der Erde ohne Tempolimit auf Autobahnen ist. Und auch bei umweltfreundlichen Technologien hinken unsere Autoschmieden hinterher. Zwar wurden Hybridantrieb und Rußfilter in Baden-Württemberg entwickelt. Aber es waren ausländische Hersteller, die diese Zukunftstechnologien auf den Markt gebracht haben. Die heimische Automobilindustrie setzt noch immer viel zu einseitig auf starke Motoren und entbehrliches Zubehör.
Das alles macht deutlich: Umsteuern ist nötig. Wir brauchen dringend eine umfassende Klimaschutzstrategie für den Straßenverkehr. Und hier sind Politik und Autoindustrie gleichermaßen gefragt.
Die Automobilbranche darf beim Klimaschutz nicht länger auf der Bremse stehen, sondern muss die Ökologisierung des Autos endlich konsequent angehen: Die Hersteller müssen Autos mit deutlich niedrigerem Spritverbrauch entwickeln ebenso wie Fahrzeuge, die mit alternativen umweltfreundlichen Kraftstoffen und Antriebstechniken fahren. Das ist auch ein Gebot der wirtschaftlichen Vernunft. Denn die baden-württembergischen Autokonzerne werden künftig im internationalen Wettbewerb nur bestehen können, wenn sie den Spritverbrauch deutlich senken.
Aber auch die Politik muss endlich die Weichen für einen klimafreundlichen Straßenverkehr stellen. Zentral sind verbindliche Reduktionsziele, die den CO2-Ausstoß von Autos strikt begrenzen. Weitere notwendige Schritte sind ein Tempolimit von 120 km/h auf Autobahnen und steuer- und finanzpolitische Maßnahmen wie die City-Maut oder die Befreiung besonders umweltfreundlicher Autos von der KFZ-Steuer.
Klar ist aber auch: Mobilität der Zukunft muss mehr sein als schadstoffarme Autos. Es gilt, überflüssigen Straßenverkehr zu vermeiden und verstärkt umweltfreundliche Verkehrsmittel wie Bahn und Bus, aber auch innovative Modelle wie Carsharing oder Carpooling zu nutzen. Denn: Nur eine echte Verkehrswende ist ein wirksamer Beitrag zum Klimaschutz.
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