

Die Grünen haben einen eigenen Stresstest in Auftrag gegeben, um die Leistungsfähigkeit von Stuttgart 21 zu untersuchen. Das Ergebnis: Stuttgart 21 funktioniert nicht. Winfried Kretschmann nimmt im Interview zu der Studie Stellung.
Die Grünen haben einen eigenen Stresstest gemacht, um die Leistungsfähigkeit von Stuttgart 21 zu untersuchen. Warum?
Winfried Kretschmann: Wir haben bei der Schlichtung gezeigt, dass die Bahn bisher mit fragwürdigen Fahrplankonstruktionen gearbeitet hat und Stuttgart 21 nicht mehr Züge bewältigen kann als der bisherige Bahnhof. Deshalb verpflichtet der Schlichterspruch die Bahn zu einem Stresstest, um die Leistungsfähigkeit des geplanten Tiefbahnhofs zu prüfen. Das Problem ist aber, dass sich die Bahn bislang weigert, das Aktionsbündnis am Stresstest zu beteiligen. Deshalb haben wir Grünen jetzt eine eigene Studie zur Leistungsfähigkeit von S21 gemacht. Darin haben Experten einen Fahrtplan erstellt, der Stuttgart 21 voll ausreizt. Dadurch können wir recht genau sagen, wie viele Züge maximal fahren können.
Wie sehen die Ergebnisse der Studie aus?
Winfried Kretschmann: Unsere Untersuchung belegt, dass im geplanten Tiefbahnhof höchstens 40 Züge fahren können – das sind zwei Züge mehr, als heute im bestehenden Kopfbahnhof verkehren. Die Schlichtung fordert aber 49 Züge. Diese 49 Züge sind nur mit unglaublich teuren Nachbesserungen zu erreichen. Ohne zehn statt acht Gleisen und ohne die Beseitigung aller Engpässe im Zulauf kann die Bahn den Schlichterspruch nicht erfüllen. S21 müsste also komplett umgeplant werden – und würde weitere 600 Millionen mehr kosten. Die Projektkosten würde also auf jeden Fall die Grenze von fünf Milliarden Euro überschreiten. Auch sechs Milliarden sind durchaus realistisch.
Was heißt das im Vergleich zu K21?
Winfried Kretschmann: Das zentrale Ergebnis ist: Kopfbahnhof 21 ist definitiv viel leistungsfähiger und billiger als Stuttgart 21. Stuttgart 21 kann in der bestehenden Form nicht einmal mit dem bestehenden Kopfbahnhof konkurrieren. Und selbst wenn „Stuttgart 21 plus“ mit allen von Geißler vorgeschlagenen Verbesserungen realisiert würde, ist der Bahnhof weit weniger leistungsfähig als der modernisierte Kopfbahnhof, der 52 Züge in der Stunde bewältigen könnte. Und vor allem ist er mindestens zwei bis drei Milliarden teurer. Das Fazit ist also: Mit dem Kopfbahnhof können mehr Züge für weniger Geld schneller und zuverlässiger fahren als mit jeder Variante von Stuttgart 21.
Was bedeutet das für die Zukunft des Bahnverkehrs in Stuttgart?
Winfried Kretschmann: Stuttgart 21 ist das Gegenteil eines Jahrhundertprojekts. Der Tiefbahnhof wird bereits bei seiner Fertigstellung seine Leistungsobergrenze erreicht haben. Der Schienenverkehr wird aber in den nächsten Jahren weiter wachsen. Mit Stuttgart 21 wäre das aber unmöglich – trotz seiner Milliardenkosten. Das zeigt: Nur der Kopfbahnhof bietet die notwendigen Entwicklungschancen für den dringend notwendigen Ausbau des klimafreundlichen Schienenverkehrs.
Montag, 21. März 2011Samstag, 04-06-11 08:54
Wenn am Montag, den 6. Juni weitergebaut wird, fordere ich die Grünen zum sofortigen Rücktritt auf. Die dreiste Wahllüge mit den Grünen gibt es kein S 21 darf nicht ungestraft bleiben.
Freitag, 01-04-11 23:23
Mein Argument gegen die Neubaustrecke, eine ganz einfache ökonomische Rechnung: Die Neubaustrecke Stuttgart-Ulm soll schnellere Züge ermöglichen, diese schnelleren Züge haben jedoch einen höheren Fahrpreis/Zuschläge! Fährt eine Familie mit zwei Kindern( und einem "normalen" Einkommen) von Stuttgart nach Ulm, werden auf der Neubaustrecke ca. 20 Minuten Fahrzeit eingespart, jedoch verdienen die meisten Eltern wenn sie 20 Minuten ihrer Arbeit nachgehen niemals den Betrag den die teureren Züge/Zuschläge mehr kosten! Ich finde es viel besser mit meinen Kindern 20 Minuten länger Zug zu fahren , als mindestens diese Zeit (wahrscheinlich sogar eine ganze Zeitlang mehr) dafür arbeiten zu müssen! Bei dieser Rechnung noch nicht ein mal berücksichtigt sind die irrsinig hohen Baukosten für die wir alle ebenfalls arbeiten und Steuern zahlen müssen. Ist es nicht so das wir viel lieber supergünstige statt suberschneller Züge wollen? Grüße aus dem Allgäu
Freitag, 01-04-11 11:32
Lieber Schein-Europäer,
bist du dir sicher, dass du S21 verstanden hast? Lies doch mal das Argumentationspapier von Boris Palmer, dann denkst du vielleicht auch anders über S21. Lass dir doch nicht den Bären aufbinden, dass ein 8-gleisiger Durchgangsbahnhof leistungsfähiger ist als ein 20?-gleisiger Kopfbahnhof. Die Fahrzeitverkürzung wird durch die Schnellbahntrasse nach Ulm erkauft, nicht durch den CDU-Gedächtnistiefbahnhof!
Mittwoch, 30-03-11 08:36
Denkt denn eigentlich niemand daran, dass Stuttgart 21 mehr sein soll, als nur ein Bahnhof um den Regionalverkehr in Schwaben schneller zu machen? Hier geht es auch um eine europäische Schnellstrecke Paris-Budapest und die wird mit einem Kopfbahnhof nicht kommen! Es soll doch auch darum gehen den Flugverkehr zu ersetzen! Wie kann man als Grüne Partei ausgerechnet gegen ein Bahnhofsprojekt so wütend kämpfen! Die Welt hört nicht hinter Stuttgart auf! Soll es weitere Jahrzehnte nur ein Bummelstrecke über die Alb geben???? Man kann doch nicht jede Form der Mobilität bekämpfen! Oberschwaben als Teil Baden-Würrtembergs interressiert offensichtlich nicht!
Wenn Stuttgart 21 nicht gebaut wird plädiere ich dafür, dass die Schnellstrecke als Bypass vorbeigeführt wird, und Stuttgart über einen Pendelverkehr an den Fernverkehrsbahnhof angeschlossen wird, man kann doch nicht allen zumuten, länger zu fahren, die z. B. von München nach Mannheim wollen, nur weil die Stuttgarter ihren Kopfbahnhof behalten wollen!
Mittwoch, 30-03-11 08:35
Denkt denn eigentlich niemand daran, dass Stuttgart 21 mehr sein soll, als nur ein Bahnhof um den Regionalverkehr in Schwaben schneller zu machen? Hier geht es auch um eine europäische Schnellstrecke Paris-Budapest und die wird mit einem Kopfbahnhof nicht kommen! Es soll doch auch darum gehen den Flugverkehr zu ersetzen! Wie kann man als Grüne Partei ausgerechnet gegen ein Bahnhofsprojekt so wütend kämpfen! Die Welt hört nicht hinter Stuttgart auf! Soll es weitere Jahrzehnte nur ein Bummelstrecke über die Alb geben???? Man kann doch nicht jede Form der Mobilität bekämpfen! Oberschwaben als Teil Baden-Würrtembergs interressiert offensichtlich nicht!
Wenn Stuttgart 21 nicht gebaut wird plädiere ich dafür, dass die Schnellstrecke als Bypass vorbeigeführt wird, und Stuttgart über einen Pendelverkehr an den Fernverkehrsbahnhof angeschlossen wird, man kann doch nicht allen zumuten, länger zu fahren, die z. B. von München nach Mannheim wollen, nur weil die Stuttgarter ihren Kopfbahnhof behalten wollen!
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