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Die Kosten bleiben die Gretchenfrage

Stuttgart 21 erreicht keine gute Betriebsqualität, kritisiert die Fraktionsvorsitzende Edith Sitzmann in einer ersten Bewertung des Stresstests.

 

»Audit der sma zur Betriebsqualitätsüberprüfung von Stuttgart 21

Donnerstag, 21. Juli 2011

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Helmut Krüger

Montag, 25-07-11 22:34

"Ich denke einfach, zumindest unbewusst sind die Stuttgarter dem überdrüssig, dass wenn sie sich auf der Schiene fortbewegen wollen, dies nur um den Preis des Raubs an Tageslicht tun können."

Ergänzung meinerseits noch dazu:

Es wird ja als großer Vorzug des Tiefbahnhofs Stuttgart angepriesen, dass Tageslicht von oben durch riesige Glasaugen hineinfallen. Das Gefühl, sich im Keller zu befinden, werden Menschen dennoch nicht los. Das ist auch mir so gegangen in den unterirdischen Bahnhöfen auf der Straßenbahnstrecke in Hannover-Nordstadt, die sich auf der -1-Ebene befinden, beschienen werden von Tageslicht von oben, per Röhre.

Das alles wäre anders bei wirklicher Unabdingbarkeit - die im Stuttgarter Fernverkehr in keinster Weise gegeben ist - und wenn unterirdische Bahnhöfe dann wirklich schön gestaltet sind, sozusagen eine Augenweide. Manche Metro-Bahnhöfe in Wien, Paris und Moskau, in Stockholm und auch in Lissabon zeugen davon.

Die Aneinanderreihung der überdimensionierten Glasaugen, gerade zu ebener Erde in Stuttgart: Sieht das nicht aus, als hätte sich ein Ufo verflogen, hätte sich flugs in die Erde vergraben, so als beobachtete Big Brother, wer da kommt und wer da geht?

 

Gernot Schoch

Montag, 25-07-11 21:15

Gute Betriebsqualität wäre auch bei Sitzmann-Reden im Landtag und Videos anzustreben!
Nicht immer unten unters Rednerpult gucken!!! Die Leute anschauen! Frei sprechen - natürlch Wichtiges; was kommt nach dem Bahnhof?!
Und jetzt macht mal langsam Politik in Stuttgart, die 100 Tage sind um!
Was ist mit Fessenheim, werte Edith?
Und stimmt es eigentlich, dass es noch AbgeordnetInnen geben soll, die ihre satzungsgemäß vorgeschriebenen Pflichtabgaben an die Parteikasse, sprich die extrem leere Kreiskasse, nicht bezahlen???

 

Helmut Krüger

Samstag, 23-07-11 20:44

@ Bernd Müller, Leipzig

Lieber, geehrter Bernd Müller,

oftmals denke ich, dass in Ostdeutschland Konzepte verkauft werden sollen - v. a. seitens von Verkehrsplanern - die sich in anderen Gegenden Deutschlands bereits als Ladenhüter und Auslaufmodelle erwiesen haben.

Wie betont, rechne ich den innerstädtischen S-Bahn-Tunnel nicht dazu, weil ich in ihm wie bei der S-BAHN in Frankfurt am Main, Stuttgart und München eine zusätzliche Erschließungsfunktion sehe zwischen Innenstadt und Umland, ohne Umsteigen, was zusätzlich Fahrgäste anzieht.

Bei teuren Eintunnelungsprojekten, was die Straßenbahn anbetrifft und sie großspurig zur U-Bahn ausbauen will und auch bei vielgleisigen Fernbahnanlagen, die eine Verschiebung eines sowieso schon Vorhandenen nur nach unten bedeutet, da ist das anders.

Bremen hat sich neulich endgültig von seinen mal angedachten unterirdischen Straßenbahnstrecken verabschiedet, sie bleibt 100% oberirdisch, in Ludwigshafen ist ein zuletzt nur noch von einer einzigen Linie befahrener Straßenbahntunnel jetzt stillgelegt worden und auch Kassel hat seinen einzigen unterirdischen Bahnhof unter dem Vorplatz des alten Hbf. verschlossen, um den Tunnelmund intelligenter für die Durchfahrt der Regiotram zu nutzen, bei Einrichtung eines Bahnhofs selbstverständlich innerhalb der bereits oberirdischen Gleishalle.

In Leipzig und in Dresden ist ja der Verkauf der Ladenhüter, was die Tieferlegung der Straßenbahn angeht, ziemlich schnell ad acta gelegt worden.

Man muss kein Prophet sein, um zuzuschauen, wie in den Jahren 2030 ff, wenn die Bindungsfrist nach dem Gemeindeverkehrs-Finanzierungsgesetz (GVFG) bei den meisten Strecken abgelaufen ist, eine Strecke nach der anderen aus ihrem tageslichtlosen Dasein an die Oberfläche geholt wird, um die Bahnen von da an oberirdisch zu führen: Per Ampelbevorrechtigungsschaltung mit Infrarot, einer Technik, die freilich in den 1960er Jahren, als derartige Pläne aufkamen, noch nicht zur Verfügung stand.

Die Führung bei Tageslicht bedeutet allerdings auch einen Paradigmenwechsel und das kann auch ganz offen so benannt werden. Es heißt, den Menschen während der Fahrt mit einem Verkehrsmittel, was ihnen die unabgelenkte Sicht erlaubt, die Fahrt auch genießen zu können und es bedeutet weiter, einen entsprechenden Neuzuschnitt des jeweiligen Straßenraums vorzunehmen. Die Straßenbahn als Gewinn innerhalb des Straßenraums, nicht als Störfaktor, wie es jahrzehntelang gesehen wurde.

Das betrifft dann auch selbstverständlich Stuttgart, was genauso wie Hannover, das sich seinerzeit Ambitionen auf die Hauptstadt eines Nordstaates (seinerzeit SH, NI, HH und HB) gemacht hatte, seine Straßenbahn zu sehr weiten Teilen - weiter als nur unabdingbar - nach unten verlegte.

Ich denke einfach, zumindest unbewusst sind die Stuttgarter dem überdrüssig, dass wenn sie sich auf der Schiene fortbewegen wollen, dies nur um den Preis des Raubs an Tageslicht tun können. Da waren die Münchner und die Menschen in Frankfurt am Main cleverer: Die haben bei den Bahn 21-Projekten ziemlich schnell abgewunken.

Wer die Situation vor Ort kennt, weiß: am Geld kann´s nicht gelegen haben.

Herzliche Grüße
Helmut Krüger

 

Stuttgarter

Samstag, 23-07-11 15:59

"Grüne gegen Stuttgart 21" ? Jetzt müsst ihr aber richtig gute Argumente zücken, um den zwar halb, aber denoch akzeptierten sogenannten Stresstest auszugleichen. Ich hab echt mehr Widerstand erwartet.

 

diesunddas

Samstag, 23-07-11 07:04

Die Ansage von Ktretschmann war inhaltlich schwach. Die 37 Züge als Grundlage etwa, darf man nicht akzeptieren.
Ich bin mir nicht sicher, ob alle Grünenführungskräfte das Problem schon ganz verstanden haben. Wenn der bau in eine heiße Phase ginge, würden wieder Massen auf die Straßen gehen. Diese würden dann "Lügenpack" rufen und damit die Grünen meinen.
Die Grünen müssen verhindern, dass S21 gebaut wird. sondern wird es bitter.

 
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