

Mit starker Beteiligung der baden-württembergischen Grünen gab es am 8. November 2008 die größte Anti-AKW-Demonstration seit Jahren: Rund 16.000 Menschen aus der ganzen Bundesrepublik, unter ihnen 4.000 Grüne, demonstrierten friedlich gegen Atomkraft. „Gemeinsam mit den Bürgerinitiativen haben wir ein starkes Zeichen gegen die Diosauriertechnologie Atomkraft gesetzt. Das grüne Fahnenmeer hat deutlich gemacht: Wir stellen uns den Atomkraft-Revival-Plänen von Atomindustrie, CDU und FDP ohne Wenn und aber entgegen“, sagte der Grünen-Landesvorsitzende Daniel Mouratidis, der selbst wie zahlreiche andere grüne Bundestags-, Landtags- und EU-Abgeordnete in Gorleben vor Ort war. Die baden-württembergischen Grünen waren mit drei großen Reisebussen mitten in der Nacht nach Gorleben aufgebrochen und durch die ganze Republik gefahren, um an der Demo teilnehmen zu können.
Eine klare Absage erteilte Mouratidis den Forderungen verschiedener Politiker, Gorleben als Atommüllendlager-Standort festzulegen. „Es ist zutiefst scheinheilig, wenn CDU und FDP im Land einerseits längere Laufzeiten für Atomkraftwerke fordern und andererseits jegliche Suche nach möglichen Endlager-Standorten in Süddeutschland vehement ablehnen. Eine solche Politik nach dem Sankt-Florians-Prinzip ist völlig unverantwortlich.“ Bei der Endlager-Suche dürfte es nicht nach politischen, sondern ausschließlich nach Sicherheitskriterien gehen. Angesichts der „katastrophalen Zustände im absaufenden Versuchsendlager Asse“, das als Prototyp für das geplante Endlager in Gorleben gedient habe, forderte der Grünen-Landesvorsitzende zwei Konsequenzen: „Es darf zum einen keinen Ausstieg aus dem Atomausstieg geben, da ansonsten der Berg an Millionen Jahre strahlendem Atommüll noch weiter wächst. Zum anderen brauchen wir eine bundesweite ergebnisoffene Suche nach alternativen geologischen Formationen für die Lagerung von hochradioaktivem Müll. Ein einseitiges Festhalten an Gorleben als Endlager führt in eine Sackgasse.“
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