
Die baden-württembergischen Grünen bewerten die heutige Demonstration gegen Atomkraft in Neckarwestheim als großen Erfolg für die Anti-Atom-Bewegung: „Gemeinsam mit einem breiten gesellschaftlichen Bündnis haben wir ein starkes Signal gegen die Dinosaurier-Technologie Atomkraft und für eine schnelle Stilllegung des Uraltreaktors Neckarwestheim I gesetzt“, sagten die Grünen-Landesvorsitzenden Petra Selg und Daniel Mouratidis. Fast zweitausend Menschen, darunter mehrere hundert Grüne, haben am heutigen Samstag vor den Atomkraftwerken in Neckarwestheim gegen Atomkraft protestiert.
Jürgen Trittin, grüner Spitzenkandidat für die Bundestagswahl, forderte bei der Demonstration die Stilllegung des AKW Neckarwestheim I: „Neckarwestheim ist eines der ältesten Atomkraftwerke in Deutschland, und diese gehören abgeschaltet. Durch den Ausbau der Erneuerbaren Energien sind die sieben ältesten Atomkraftwerke Deutschlands für die Stromerzeugung überflüssig geworden. Sie sind unzureichend gegen terroristische Angriffe und Flugzeugabstürze gesichert. Die Betreiber würden bei einer Stilllegung nicht einmal auf ihre Gewinne verzichten müssen, da sie die Reststrommengen problemlos auf die neueren Anlagen übertragen könnten.“
Auch Selg sagte, dass das AKW Neckarwestheim so schnell wie möglich von Netz müsse: „Je älter ein Reaktor ist, umso größer wird auch die Gefahr eines Störfalls. Außerdem produzieren wir mit jedem Tag zusätzlicher Laufzeit neuen gefährlichen Atommüll, der über Millionen Jahre strahlt und so eine schwere Hypothek für künftige Generationen bildet. Sicher ist bei der Atomkraft nur das Risiko.“
Aus Sicht der Grünen ist die Bundestagswahl im Herbst auch eine Entscheidung über die Zukunft des Atomausstiegs: „CDU/CSU und FDP wollen eine Renaissance der Atomenergie. Die Demonstration heute hat deutlich gemacht: Die Menschen im Land lehnen einen solchen Rückfall in die energiepolitische Steinzeit ab. Wir werden alle Hebel in Bewegung setzen, um einen Ausstieg aus dem Ausstieg zu verhindern“, machte Mouratidis deutlich.
Selg und Mouratidis sprachen sich für eine konsequente Energiewende aus, denn eine wirklich sichere Energieversorgung sei nur mit Erneuerbaren Energien möglich. „Wer weiter auf Atom setzt, blockiert damit den Weg zur Energieversorgung der Zukunft. Wir müssen die Erneuerbaren Energien massiv ausbauen und die Energieversorgung auf dezentrale Strukturen und effiziente Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung umstellen“, sagten die Grünen-Landesvorsitzenden.
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