
„Tausende Menschen haben heute mit der Umzingelung des Landtags den Laufzeitverlängerungsplänen des schwarz-gelben Atomkraft-Fanclubs um Ministerpräsident Mappus die rote Karte gezeigt. Mappus ist einer der Hauptverantwortlichen für den schmutzigen Atom-Deal. Er hat am lautesten und aggressivsten für möglichst lange Laufzeiten gekämpft“, sagten die Grünen-Landesvorsitzenden Silke Krebs und Chris Kühn bei der Demo in Stuttgart. Die geplante Laufzeitverlängerung sei ein „energiepolitisches Fiasko“, von dem ausschließlich die Atomkonzerne profitierten. „Die Menschen sind weiter den Gefahren der Atomkraft ausgesetzt, der Berg an hochgefährlichem Atommüll wächst weiter und die Energiewende und damit der Klimaschutz werden ausgebremst.“
Es sei ein Skandal, dass selbst ein Risikomeiler wie Neckarwestheim I noch weitere acht Jahre am Netz bleiben soll. „Der Schrottreaktor ist über 30 Jahre, hat über 400 Störfälle auf dem Buckel und ist nicht ausreichend gegen den Absturz eines Kleinflugzeugs geschweige denn gegen einen Terroranschlag geschützt. Es ist vollkommen unverantwortlich das AKW länger am Netz zu lassen, nur um der EnBW mit den Profiten die Taschen zu füllen“, sagte Kühn.
Die geplante schwarz-gelbe Laufzeitverlängerung bremse zudem den Ausbau der erneuerbaren Energien aus. „Atomkraft ist keine Brücke, sondern eine Sackgasse. Durch die Laufzeitverlängerung würde es 2020 21 Prozent weniger Strom aus Wind, Sonne und Wasser geben als ohne. Das schadet nicht nur dem Klima, sondern auch dem Wirtschaftsstandort“, kritisierte Krebs. Außerdem zementiere der Ausstieg aus dem Ausstieg die Marktmacht der Atomstromkonzerne, während kleine Anbieter und Stadtwerke das Nachsehen hätten.
Die Grünen kritisierten außerdem die „Sankt-Florians-Politik“ der Landesregierung. „Mappus kämpft wie ein Löwe für längere Laufzeiten, lehnt aber gleichzeitig jegliche ergebnisoffene und wissenschaftlich fundierte Suche nach einem sicheren Endlagerstandort im Südwesten ab. Eine solche Politik ist verantwortungslos und scheinheilig. Denn noch immer ist kein Endlager in Sicht und jeder zusätzliche Tag Atomkraft bedeutet weiteren hochgefährlichen Atommüll.“
Donnerstag, 07. Oktober 2010
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