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Grafik: CO2Kohle Nein Danke

Kein neuer Klimakiller in Mannheim

Die drei Stromversorger RWE, EnBW und MVV planen ein neues riesiges Kohlekraftwerk in Mannheim. Schon im nächsten Jahr soll Baubeginn beim bestehenden Großkraftwerk (GKM) in Neckarau sein. Wir Grüne lehnen ein neues Kohlekraftwerk in Mannheim ab. Der neue Kraftwerksblock wäre nicht nur ein Klimakiller, der veraltete Strukturen in der Energieversorgung zementiert und den Umstieg auf erneuerbare Energien behindert, sondern auch eine erhebliche Belastung für Menschen und Umwelt vor Ort.

Klimakiller Kohle

Das neue Kohlekraftwerk würde das Klima massiv belasten. Schon heute gehört das Mannheimer Großkraftwerk zu den zehn größten Klimaverschmutzern in Deutschland. Wenn Deutschland seine (ohnehin zu laxen) Klimaschutzverpflichtungen einhalten will, verbieten sich neue Kohlekraftwerke. Mit ihrem riesigen Kohlendioxid-Ausstoß zählen sie zu den größten Klimasündern. Durch den neuen Kohleblock in Mannheim würde sich der CO2-Ausstoß von jetzt acht Millionen auf voraussichtlich elf Millionen Tonnen erhöhen. Es ist grotesk: Auf der einen Seite spart die Stadt Mannheim mit ihrem Wechsel zu Ökostrom rund 20.000 Tonnen CO2 jährlich ein – auf der anderen Seite unternimmt sie nichts gegen einen jährlichen Mehrausstoß des klimaschädlichen Gases von geschätzten drei Millionen Tonnen.

Gefahr für die Gesundheit

Der neue Kohlekraftwerksblock wäre eine riesige Belastung für die Gesundheit der Mannheimer Bürgerinnen und Bürger. Auch ein neues Kraftwerk verpestet die Luft trotz moderner Filtertechnik mit Unmengen von Quecksilber, Stickoxiden, Schwefeloxiden, Chlorgas und anderen gesundheitsschädlichen Stoffen – auf Kosten von Mensch und Umwelt.  

Die Stromkonzerne behaupten, der geplante Neubau sei nicht mehr als ein Ersatz alter Kraftwerksblöcke. Tatsächlich handelt es sich um eine erhebliche Kapazitätsausweitung. Zusätzlich rund 700 Megawatt jährlich könnten in Neckarau produziert werden. In Mannheim soll also der Kohlestrom erzeugt werden, gegen den sich viele andere Städte und Regionen erfolgreich gewehrt haben. Mannheim darf nicht zur Dreckschleuder Deutschlands werden. Oft wird argumentiert, der neue Block würde Fernwärme produzieren und Fernwärme sei ökologisch vorteilhaft. Fernwärme ist vorteilhaft – aber nur,wenn man nicht mehr produziert als nötig und die bereits vorhandene Wärme nutzt. Schon derzeit kann ein Großteil der Wärme aus dem GKM nicht verkauftwerden.Daher braucht die Fernwärmeversorgung keinen größeren Kraftwerksblock. Außerdem sind in Mannheim zahlreiche weitere große Wärmequellen vorhanden, die noch nicht an das Fernwärmenetz angeschlossen sind und deren Wärme ungenutzt verpufft, zum Beispiel das Biomassekraftwerk.

Keine neuen Arbeitsplätze

Wie steht’s um die Arbeitsplätze beim GKM? Sie werden als Argument für den Neubau ins Feld geführt. Ursprünglich hieß es sogar, der neue Block schaffe neue Arbeitsplätze. Davon haben sich die Investoren mittlerweile selbst verabschiedet. In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Arbeitsplätze von 1.500 auf 600 gesunken. Und der GKM-Betriebsrat rechnet selbst bei Inbetriebnahme des neuen, größeren Kraftwerkblocks mit einem weiteren Absinken auf gerade mal noch 500 Arbeitsplätze. Folglich sind Arbeitsplätze kein Argument für ein neues Kohlekraftwerk.

Erneuerbare Energien sind die Zukunft

Wir brauchen dringend eine Energiewende: Weg von schmutzigem Strom aus Kohle und Atom. Hin zu einer dezentralen Energieversorgung und zu mehr erneuerbaren Energien, mehr Energieeffizienz und mehr Energieeinsparung. Wind und Sonne ermöglichen auch in der Metropolregion Rhein-Neckar die Produktion regenerativer Energie, hinzu kommen Strom und Wärme aus Biomasse und, wie bereits im nahen Viernheim und Landau, aus Geothermie. Eine Studie des Regionalverbandes Rhein-Neckar zeigt: Mit Steigerung der Effizienz, Energieeinsparung und Ausbau der erneuerbaren Energien ist eine 100-prozentige Versorgung aus regenerativen Quellen möglich. Für uns Grüne ist klar: Kohle? Nein Danke! Gegen ein neues Kohlekraftwerk in Mannheim, für eine konsequente Energiewende!

Dienstag, 20. Mai 2008

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