

Ulrike, du bist bei der Klausur des Landesvorstandes der Grünen in Baden-Württemberg als neue frauenpolitische Sprecherin gewählt worden. Welches war deine Motivation, dich für den Posten zu bewerben?
In meiner politikwissenschaftlichen Doktorarbeit beschäftige ich mich hauptberuflich mit unterschiedlichen Deutungsmustern von Geschlechtergleichstellung. Und als Kommunala in Tübingen setze ich mich dafür ein, dass die Geschlechterperspektive in die Gemeinderatsdebatten integriert und Frauen bei Neubesetzungen besonders berücksichtigt werden. Ich habe mich als frauenpolitische Sprecherin beworben, weil ich mit diesem Erfahrungshorizont Grüne Frauenpolitik in Baden-Württemberg stärken möchte.
Warum ist heutzutage Frauenpolitik immer noch wichtig und was versteht man unter Genderpolitik?
Frauen bekommen für vergleichbare Tätigkeiten immer noch weniger Lohn als Männer. Gerade mal 30% unserer Landtagsfraktion ist weiblich. Und Frauen bleiben weiterhin den Großteil der Elternzeit zu Hause. Das alles und noch viel mehr, macht Frauenpolitik heute noch notwendig. Nicht zuletzt sind wir das unseren Wählern schuldig; die sind nämlich mehrheitlich weiblich. Genderpolitik richtet sich auf die Gleichstellung von Männern und Frauen. Frauenpolitik ist somit ein Teil von Genderpolitik, denn in vielen Bereichen gilt es Frauen zu fördern, um eine Gleichstellung zu erreichen.
Welche konkreten Maßnahmen planst du, um Frauen in der Politik zu stärken?
Die Kommunalpolitik liegt mir besonders am Herzen. Und in so manch tiefschwarzem Gemeinderat hat Frau es besonders schwer. Deswegen plane ich in Zusammenarbeit mit der LAG Frauen und in Absprache mit der GAR und der Heinrich-Böll Stiftung Baden-Württemberg vier Regionalkonferenzen im Land, um Grünen Frauen vor Ort, die Möglichkeit zu geben sich auszutauschen, offen Probleme anzusprechen und Mutmach-Beispiele weiterzugeben.
Sonntag, 19. Februar 2012
Dienstag, 28-02-12 22:15
Ich finde, die Grünen übertreiben es inzwischen mit der Priorisierung von Frauen-Emanzipation und Frauenquote. Man kommt sich als Mann (grün oder farblos) schon richtig "diskriminiert" vor. In Sachen Job & Karriere hat man als Bewerberin aktuell jedenfalls ganz klar die besseren Karten. Aber dieses "Hyper-Frauenquoten-Modell" wird am Ende des Tages genau das Gegenteil vom einst hehren Ziel erreichen: Die Männchen werden sich wieder in Männerbünden und Männerseilschaften organisieren und sich so gegen die Bevormundung durch die "bessere" Hälfte der Menschheit wehren. Das ist wie im realen Leben ...
Samstag, 25-02-12 07:55
@Sabine Schlager, auf zur Quotenolympiade. Nicht der, fehlende Quotenirrsinn ist eine Schande für unsere Demokratie, sondern das Bestreben, ob in Beruf, Politik und möglichst in allen Bereichen des täglichen Lebens Quoten einzuführen. Jeder Arbeitgeber, jede Partei und jede Gemeinschaft irgendwelcher Art, muss in einer Demokratie das Recht haben Führungspersonen, Kandidaten u.ä. nach eigenen Ermessen zu ernennen bzw. die Kriterien hierzu festzulegen. Alles andere käme einer Diktatur gleich. Ob die Grünen bei ihrer Quotierung auf der richtigen Seite sind, darüber dürfte sich mit Blick auf die führenden Personen (pardon, und Personinnen) dieser Partei trefflich streiten lassen.
Was kommt nach der Frauenquote ? Vielleicht das, von @pelayo beschriebene Szenario,
dass sich beliebig erweitern lässt und somit Demokratie praktisch aushebelt um evtl. auf eine Diktatur von Minderheiten, Randgruppen usw. herausläuft. Scheinbar haben es sich linke Gruppierungen auf die Fahne geschrieben alles zu reglementieren um den Bürger
in allen Bereichen des Lebens, vom Kindergarten bis ins Alter zu gängeln. Frei nach dem Motto: Wir allein wissen, was für Euch gut ist und dies habt ihr zu befolgen.
Eine Änderung des Wahlrechts , egal ob Kommunal oder anderweitig, wäre ein Fortschritt im Sinne von fortschreiten, hinweg von der Demokratie.
Was stand auf einem Plakat eines S21 Demonstranten so herrlich entlarvend:
Ihr habt die Mehrheit, aber wir haben recht. Besser kann man sich kaum demokratieverneinend outen.
Mittwoch, 22-02-12 11:45
Mein Kommentar war eigentlich nicht ernst gemeint. Aber es gibt tatsächlich Leute bei den Grünen -siehe Kommentar Sabine Schlager- , die jetzt auch noch bei den Kommunalwahlen eine Frauen (oder Männer- oder Transgenderquote) einführen möchten.
Ich schlage jetzt auch noch eine Atheisten-, Moslem-,- Migranten- oder sonstige Quote vor.
Mann oh Mann, oh ich entschuldige mich: Frau oh Frau, der Quotenwahn kennt keine Grenzen!
Dienstag, 21-02-12 13:13
Baden-Württemberg ist Schlusslicht bei der politischen Mitsprache von Frauen. 16% Frauen in den Kreistagen und 22% in den Gemeinderäten sind eine Schande für die Demokratie im Land. Bei uns Grünen sind es Dank quotierter Listen 40,9 % Frauen in den Kreistagen und 43,5 % in den Gemeinderäten. Deshalb fordern wir Grüne (im Landtagswahlprogramm und vorsichtig formuliert im Koalitionsvertrag) die Änderung des Kommunalwahlrechts und die verbindliche Quotierung der Wahllisten.
Montag, 20-02-12 15:41
Ihr könntet doch eine Frauenquote auch für kommunale Parlamente einführen, würde Euch gut zu Gesichte stehen.
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