

„Frauen wollen faire Chancen und mehr Flexibilität am Arbeitsmarkt – Teilzeitarbeitsmodelle, das haben aktuelle Umfragen gezeigt, sind dabei ein wichtiger Aspekt. Aber auch: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit in einer Gesellschaft, bei der die Gleichstellung von Mann und Frau nicht nur ein Gesetzestext sein sollte“, erklärte die Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen Baden-Württemberg, Petra Selg. „Wirtschaft, Politik und Gesellschaft sind gefordert, Rahmenbedingungen zu schaffen und mit Leben zu erfüllen, denn: Reformen sind notwendig, das steht außer Frage“, konstatierte Selg. Selbstverständlichkeiten gehörten nach wie vor nicht zur beruflichen Realität vieler Frauen.
Erste, aber nicht ausreichende Schritte von Bundesministerin von der Leyen wie das Elterngeld oder „blumige Ankündigungen“ von Ministerpräsident Oettinger zur Familienförderung seien kein grundlegend tragendes Konzept für eine Gesellschafts- und Frauenpolitik des 21. Jahrhunderts, so Selg. „So geht die Praxis an der Theorie noch immer vorbei: Flexible Arbeitszeitmodelle für Frauen und natürlich auch für Männer im Sinne einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind überfällig und noch nicht annähernd ausreichend institutionalisiert. Leider muss man aber konstatieren, dass es angesichts längerer Arbeitszeiten wiederum in erster Linie die teilzeitbeschäftigten Frauen sind, die von niedrigeren Stundenlöhnen und somit Einbußen in ihrer ökonomischen Freiheit betroffen sind“, fügte die grüne Landesvorsitzende hinzu.
„Diese Entwicklung kann sich eine moderne und zukunftsfähige Gesellschaft schlicht nicht leisten – hier heißt es: Schnellstens auf die Bremse treten und einen U-Turn machen“, forderte Selg. „Es dürfen nicht nur Lippenbekenntnisse zum Frauentag sein, die alljährlich wieder kommen und nichts verändern. Sondern: Schluss mit einem gesellschaftlichen Klima, das ,natürlich’ voraussetzt, dass Rückschritte auf dem Arbeitsmarkt als erstes Frauen zuzumuten sind“, betonte Selg: „Schluss mit einer unzureichenden Kinderbetreuung, die gerade auch auf dem Land dem Alltag der Eltern und insbesondere auch der arbeitenden Mütter nicht gerecht wird. Und Schluss mit der Vergeudung weiblicher Arbeitskraft zu Dumpinglöhnen. Schluss mit einer beruflichen Grundstimmung, in der Frauen sich entscheiden müssen: Kinder oder Karriere. Und „Ja“ zu einer echten Gleichberechtigung der Frauen in allen Bereichen der Gesellschaft.“
Sonntag, 08. März 2009
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