
Über ein Jahr ist vergangen seit die ersten Proteste gegen die Diktatoren in Nordafrika den "Arabischen Frühling" ausgelöst haben. In vier Staaten ist es gelungen das Regierungsoberhaupt zu stürzen, aber in vielen Regionen wird weiterhin gekämpft. Besonders dramatisch ist die Lage aktuell in Syrien, wo Bashar al-Assad verzweifelt um seine Macht kämpft und immer härter gegen die eigene Bevölkerung vorgeht. Viele Syrer haben aus Angst ihre Heimat verlassen und sind auf der Flucht. Nach Angaben des UN-Flüchtlingswerkes UNHCR sind bereits 130.000 Syrer geflohen. Die Menschen verlassen vor allem die Städte, wo die Sicherheitskräfte des Assad-Regimes besonders stark wüten. Viele kommen bei Freunden oder Verwandten auf dem Land unter, über 30.000 sind aber auch schon in angrenzende Nachbarstaaten geflohen. Alleine in Auffanglagern im syrisch-türkischen Grenzgebiet leben zur Zeit fast 20.000 Menschen. Und die muslimische Hilfsorganisation "Roter Halbmond" fürchtet, dass es bis zu einer halben Million Flüchtlinge werden könnten, wenn der Bürgerkrieg weiter eskaliert.
Die Flucht in die Türkei ist für viele allerdings nur der Beginn eines langen Weges. Mit der Hoffnung in Europa ein sicheres Leben führen zu können, kämpfen sie sich durch die Asylbürokratie in Europa und der Türkei. Die Zukunft der heutigen syrischen Flüchtlinge ist ungewiss. Die Türkei überlegt militärische Pufferzonen im Grenzgebiet einzurichten um die Flüchtlinge vor Übergriffen der syrischen Regierung zu schützen. Und auch Europa ergreift erste Maßnahmen um weitere Todesopfer innerhalb der syrischen Bevölkerung zu verhindern.
Von den Hoffnungen und den Problemen dreier iranischer Flüchtlingsgruppen in der Türkei erzählt der Film "Ein Augenblick Freiheit" des österreichisch-iranischen Regisseurs Arash Riahi, den Kerstin Andreae und Franziska Brantner im Grünen Kino zeigen. Der Film beleuchtet die Hintergründe der Flucht: Wieso verlassen die Menschen ihre Heimat? Wo wollen sie hin? Und wie können sie trotz aller Umstände auch auf der Flucht ihre Würde behalten? Trotz aller Tragik und Nachdenklichkeit hat die Geschichte einen feinen Humor, der den Film zu einem echten Meisterwerk macht.
Zwei große deutsche Zeitungen liefern unterschiedliche Interpretationen eigentlich eindeutiger Zahlen. Deutlicher kann man es kaum machen, dass die Hoheit über die Statistik nicht in den Zahlen selbst liegt – sondern in ihrer Interpretation. Was ist passiert? Die Süddeutsche Zeitung titelt: Staat muss immer öfter Löhne aufstocken und erklärt: Nach den BA-Angaben gab es 2012 im Jahresdurchschnitt [...]